Freigegeben in Blog

Nachtrag zur Fussball-WM - und die Soziologie der Emotion

on17. August 2014

In unseren Breitengraden Ferien zuhause machen kann riskant sein. Im Dauerregen führte das bei mir zum Nachdenken, warum ich konsterniert war, dass es für die Fussball-WM-OrganisatorInnen kein Thema ist, zur 100ten Jährung des Auslösers des 1. Weltkriegs auch nur eine Gedenkminute an jenem Tag einzuschalten. Es wäre eine Referenz von einem positiven auf ein negatives Weltereignis gewesen.

Mein Nachdenken führte mich zunächst zu einem FAZ-Artikel aus dem Jahre 2006 zur - damaligen - Fussball-WM:

„Daß etwas scheinbar Triviales wie das Fußballspiel gleichwohl einen spontaneren und

weiter gespannten Einklang der Gefühle schafft als die Mechanismen der Märkte, die

Forderungen der Moral und tatsächliche Kriege, liegt wohl an der Analogie des

Fußballspiels zu den elementaren Erfahrungen des sozialen Lebens, die in allen Kulturen

die gleichen sind.“ (Hondrich 2006)

Was der Soziologe Hondrich in einem FAZ-Artikel zur Fussball-WM 2006 locker kondensiert, sind gleich drei Fragen: Wie kommt es, dass eine Fussball-WM so viele Menschen weltweit anzusprechen vermag? Was wären diese 'elementaren Erfahrungen sozialen Lebens'? Und somit letztlich: Inwiefern schaffen Gefühle Gesellschaft?

Eigentlich basale Fragen, wie jene, warum die Sonne täglich aufgeht (wenn auch zuweilen hinter Wolken). Die Suche nach Antworten führt in Theorie-Labyrinthe.

Die Anregungen aus den Anregungen – zunächst speziell der autopietisch-systemisch ausgerichteten Soziologie – mögen vielleicht auch anregend für entsprechend Interessierte sein. So sei dies hier zur Verfügung gestellt. (Link zum Dossier / Link direkt zum Text)

Letztliches Fazit der Regenferien: Mit bleibt zunächst unklar, ob die Frage der Beziehung von Emotion und Gesellschaft vor oder in einer 'kopernikanischen Wende' steht.

Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten